Die spannendsten Dinge passieren häufig dann wenn Kontraste aufeinandertreffen und gemeinsam etwas Neues entstehen lassen. Ein historisch darmsaitiges Gambenconsort und Neue Musik etwa würde man auf den ersten Blick nicht unbedingt miteinander in Verbindung bringen. Dass diese ungewöhnliche Kombination gleich wohl zu faszinierenden Ergebnissen führen kann war im Rolf Liebermann Studio zu erleben.
In einer Koproduktion präsentierten die NDR Reihen Das Alte Werk und das neue werk ein Konzert mit dem britischen Ensemble Fretwork und der Mezzosopranistin Cläre Wilkinson das auf wunderbare Weise Brücken schlug und dabei eine breite stilistische Vielfalt umspannte. Sie reichte von Purcells barocken dicht gewobenen Gamben fantasien, bis zu zeitgenössischen eigens für die sechs Fretwork Streicher und ihren zerbrechlich schimmernden Näsel Sound entstandenen. Werken Darunter Barry Guys Klangzauberstück “Buzz” das eckig groovende “Birds on Fire” von Orlando Gough aber auch die eingängige Pop Ballade “If” von MichaelNyman.
Cläre Wilkinson fügte sich mit ihrer porzellanfarbenen Balsamstimme geschmeidig in die kammermusikalische Intimität der Gamben ein und changierte zwischen vibratoloser Reinheit und sinnlichem Erblühen. Einer von den seltenen Abenden nach denen man beglückt und irgendwie seelisch gereinigt von dannen schwebt.
Building Musical Bridges
The most exciting things often happen when contrasts meet together, and together something new is allowed to spring up. A historical, gut-strung viol consort, and new music wouldn’t, on first sight, seem to belong together. That this unusual combination produces as well a fascinating result was to be experienced in the Rolf-Liebermann-Studio.
In a co-production, the NDR series ‘The Old Work’ and ‘the new work’ presented the British ensemble Fretwork and the mezzosoprano Clare Wilkinson, that in a wonderful way built musical bridges - and in that way encompassed a wide stylistic variety. They stretched from Purcell’s barock, densely wrought viol fantasies, to contemporary, works expressly written for the six Fretwork strings and their fragile, shimmering nasel sound. Not only Barry Guy’s magic sound piece ‘Buzz’, the angular grooved ‘Birds on Fire’ by Orlando Gough, but also the accessible (Pop-)Ballade by Michael Nyman.
Clare Wilkinson supplely accommodated her porcellan-coloured, balmy voice with a chamber musical imitation of the viols, and changed between vibrato-less purity and sensuous blossoming. One of those rare evenings after which one is filled with happiness and somehow a spiritual purity hangs in the air.